Sonntag, 2. Oktober 2011

Zugspitze

Schon vor längerem hatten wir die Idee den höchsten Gipfel Deutschlands zu besteigen, nur die genaue Route musste noch gefunden werden. Nach Recherche im Internet und Bekanntenkreis fiel die Wahl auf die offizielle Erstbesteiger-Route über das Reintal. Einer der alternativen Wege über das Höllental wurde mangels qualifizierter Klettersteig-Erfahrung verworfen.
Los ging es dann Ende September an der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen (730 m ü. NHN). Vom Parkplatz hier ist schon die Partnachklamm ausgeschildert, die man für 3 Euro durchqueren kann. Imposant hat sich hier die Partnach bis zu 80 Meter tief in den Fels gegraben und das Wasser donnert auf ca. 700 Metern durch die Klamm.

Hinter der Klamm überquerten wir den Fluss und folgten der Partnach auf einem breiten Forstweg. Diese etwas langweilige Waldautobahn verengt sich beim Abzweig zum Reintal und ein grandioses Alpenpanaroma öffnet sich.


Nach knapp 2 Stunden erreichten wir die neu errichtete Bockhütte (1.052 m ü. NHN). Eine Einkehr war noch nicht verdient, sodass es direkt weiter Richtung der Reintalangerhütte ging.






Weiter geht es durch das Reintal, links und rechts eingerahmt von steilen bis zu 2.000 m hohen Felswänden. Schon von weitem kann man den Partnachwasserfall hören, der sich 80 Meter tief ins Tal stürzt.



Am Wasserfall geht es nochmal leicht bergauf und man erreicht bald die Reintalangerhütte (1.370 m ü. NHN). Großzügig verteilt sind hier Stühle und Tische entlang des Flusses, eingerahmt von tibetischen Gebetsfahnen wird hier etwas Himalaja-Feeling vermittelt. Bei so viel Gemütlichkeit wird sich hier etwas gestärkt und der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen.



Nun folgte die letzte als auch anstrengenste Etappe des Tages - der Aufstieg zur Knorrhütte. Über den "Golfplatz" zum Oberen Anger schraubt sich der Weg serpentinenartig über Fels und Geröll nach oben.



Langsam nähert man sich auch der Baumgrenze, nur flache Latschenkiefern setzen sich hier noch im Fels fest.



Rückwärtsblickend hat man einen genialen Ausblick ins Reintal und den bis dahin zurück gelegten Weg.
Bisher hatte sich die Knorrhütte (2.052 m ü. NHN) gut versteckt, doch am Beginn des Zugspitzplatts taucht sie plötzlich im Fels auf.
Hier endet dann der erste Wandertag nach 21 km Strecke, 1.322 Höhenmetern und gut 5,5 Stunden in Bewegung.
Nun wartete nur noch entspannte Hüttenatmosphäre, ein gutes Abendessen und ein herrlicher Sternenhimmel.


Die Nacht im 6er Zimmer war dann nicht die Erholsamste, aber so war man dann auch schon früh auf den Beinen und bereit für den Gipfelsturm.



Über die Moränenlandschaft des weit zurückgezogenen Gletscher geht es über Geröll und Schnee in Richtung der Seilbahnstation Sonn-Alpin bzw. des Schneefernerhauses (2.650 m ü. NHN). Schon früh erkennt man die Gipfelstation und kann sich klar machen was man heute noch vor sich hat.

In Höhe des Schneefernerhauses, das als Umweltforschungsstation genutzt wird, beginnt der wirklich schweißtreibende Aufstieg über den Geröllhang, der zu diesem Zeitpunkt noch mit Schnee gespickt war, zum Beginn des drahtseilgesichterten Felsenweges.


Entlang des Stahlseils und einzelnen Steigeisen arbeitet man sich auf den Grat und blickt links fast senkrecht hinunter zur Wiener-Neustädter-Hütte und rechts auf das Zugpsitzplatt.



Nun nur noch ein paar Höhenmeter und das Münchner Haus (2.962 m ü. NHN) ist erreicht. Hier dann erstmal der Kulturschock - Massenauflauf von Touristen auf der Plattform, die überwiegend die 3 Bahnen zum Gipfel genutzt haben und nun auf Turnschuhen und Halbschuhen zum exponiert liegenden Gipfelkreuz krabbeln.


Der zweite Tag endet mit 5 km, 910 Höhenmetern und 3 Stunden in Bewegung.

Statt Gipfelschnaps gab es dann noch passendes Kutlturprogramm auf der höchsten Wies´n.


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