Mittwoch, 30. Juni 2010

Cap Lardier und Cap Taillat


Dank der französischen Institution "Conservatoire du Littoral" sind verschiedene Küstenabschnitte der Côte d´Azur vor der touristischen Bauwut bewahrt worden und als Naturschutzgebiete erhalten geblieben.

Eines dieser Schutzgebiete war Ziel meiner diesjährigen Wanderung an der Mittelmeerküste. Im Örtchen La Croix Valmer beginnt am Plage de Gigaro ein schmaler felsiger Fußpfad, der mich entlang der Küste in Richtung Cap Lardier führte. Streckenweise so zugewachsen, dass man gerade so als Einzelperson durchkam und den Kopf einziehen musste um herabhängenden Äste und dem Gestrüpp auszuweichen.

In Höhe von Pointe Andati erreichte ich dann die Hochebene, auf der sich die Ruinen einer alten Signalstation befinden. Sie sollte vor Feinden warnen, die sich der Küste näherten.


Auf der Hochebene ging es begleitet durch den Gesang der Zikaden durch wunderschöne Kiefern- und Korkeichen-Wälder weiter bis zum Cap Lardier. Neben einem tollen Ausblick kann man hier noch ein paar kleinere Überreste einer napoleonischen Küstensicherung erkennen.


Die Sonne fing langsam an ihr volles Tagewerk zu erfüllen und der Abstieg zum Meer kam für eine kleine Erfrischung wie gerufen. Die nächste Landspitze - das Cap Taillat - war schon von weitem zu sehen, musste aber erstmal auf dem zerklüfteten Küstenpfad erreicht werden.

Obwohl die Hauptsaison in Frankreich kurz bevor steht, war ich fast komplett allein unterwegs und traff kaum andere Wanderer. Vielleicht war auch das ein Grund warum ich so viele Tiere beobachten konnte. Neben den unterschiedlichsten Käfern und Zikaden konnte ich auch Geckos, Äskulapnattern sowie eine wunderschöne Smaragdeidechse beobachten.

Irgendwann war auch das weit ins Meer hinaus reichende Cap Taillat mit den Ruinen der Zollhäuser erreicht.

Von hier aus machte ich noch einen kleinen Abstecher zu einem auf der Karte angekündigten Dolmengrab. Nun ja, ohne das kleine Info-Schild davor hätte ich es wohl für zwei einfache größere Steine gehalten, aber der Archäologe hatte hier sicherlich seinen Spaß.


Ein kurzes Stück zurück zum Plage de la Bastide Blanche und es konnte über das Hinterland über verschiedene Weingüter zurück zum Ausgangspunkt gehen.

Insgesamt eine Strecke von 10-11 km, bei der man ausreichend Wasser mitnehmen sollte - die brütende Hitze hatte ich ein wenig unterschätzt.

Kommentare:

Frau G hat gesagt…

Schön, mal wieder etwas bei dir zu lesen.
Nach solch einer Wanderung schmeckt ein guter Wein zum Abschluss auf einem Weingut wohl besonders.

Jaddar hat gesagt…

Wie oben schon erwähnt, schön mal wieder was von dir zu lesen. Finde deine Touren, speziell gemixt mit "Ruinenerlebnissen" toll. Genau auch mein Ding!

wooki hat gesagt…

ja war in letzter Zeit wegen verschiedener Dinge etwas ruhiger hier, werde aber versuchen in nächster Zeit wieder mehr Berichte posten :-)

@Frau G: Den Wein gab es Abends zum Abschluss, bei der Hitze nur unmengen an Wasser verdrückt.

@Jaddar: Ja alte Gemäuer und Ruinen unterwegs zu entdecken macht nen besonderen Reiz aus.